entwickelt und baut robotische Fahrzeuge, die über und unter Wasser autonom verschiedenste Messaufgaben übernehmen können. Im Eurostars-Projekt HydroSense hat das Unternehmen seinen Mini-Katamaran Sonobot zu einer vielseitig einsetzbaren Messplattform weiterentwickelt.
Ziel des Eurostars-Projekts war es, ein autark funktionsfähiges mobiles Messsystem zu entwickeln, um die Wasserqualität in Industriefolgeseen zu überwachen. Die GmbH entwickelte dafür die Hard- und Software und die Energieversorgung.
In dem grenzüberschreitenden Projekt arbeitete das Berliner KMU mit Partnerinnen und Partner aus Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik zusammen. Gemeinsam haben sie zwei Wasserfahrzeuge entwickelt: den kompakten und autonomen Sonobot 3A und ein Floß, das an den Sonobot angehängt wird und zusätzliches Messequipment tragen kann. Sowohl der Sonobot als auch das Floß sind als Mini-Katamarane gebaut. Mit je zwei parallelen Rümpfen liegen sie auch bei Wellengang stabil auf der Wasseroberfläche. Das Gespann hat kaum Tiefgang und kann daher auch an flachen Stellen eingesetzt werden.
sorgte dafür, dass alle Einzelelemente, Sensoren und Datenverarbeitungsmodule sinnvoll integriert wurden und nahtlos zusammenarbeiten. Ein Fokus lag dabei auf der einfachen Bedienung: Das Sonobot-Gespann kann von nur einer Person bedient werden und ist leicht zerlegbar, sodass es in den Kofferraum eines PWK passt.

Messungen punktgenau wiederholen
Der Sonobot sendet und empfängt akustische Signale. So kann er beispielsweise den Grund von Seen mittels Sonar vermessen und kartieren. Das Floß, das an den Sonobot angehängt werden kann, ermöglicht zusätzlich unterschiedliche Messungen. Mit einer Winde werden Messsonden, gegebenenfalls auch Probennehmer und spezielle Kameras an festgelegten Punkten in genau festgelegte Tiefen herabgelassen. So kann beispielsweise die Änderung des Sauerstoffgehalts mit zunehmender Wassertiefe erfasst werden. Der Sonobot überträgt die gemessenen Daten per Funk direkt zum Messpersonal. So kann dieses bei Bedarf weitere Messpunkte ansteuern und das Messprotokoll anpassen kann. Alle Messungen können zu einem späteren Zeitpunkt an der exakt gleichen Position wiederholt werden, um die zeitliche Entwicklung der Messwerte an den verschiedenen Punkten in den verschiedenen Tiefen des Gewässers überwachen zu können.
Neben dem Sauerstoffgehalt werden beispielsweise der Nitratgehalt, die Leitfähigkeit und der pH-Wert gemessen. Mit Hilfe von Probennehmern können auch miniaturisierte Proben genommen werden. In diesen Proben können beispielsweise Algen in den verschiedenen Wassertiefen untersucht werden.
Durch sparsame Motoren und entsprechend ausgewählte Messtechnik sind beim Sonobot heute bis zu zehn Stunden autonomer Betrieb möglich. Das Akkupaket kann ohne Werkzeug getauscht werden. So können Messkampagnen besonders effektiv durchgeführt werden können.
Warum Seen überwachen?
Im HydroSense-Projekt hat das Forschungs-Team Industriefolgeseen unter die Lupe genommen. In Deutschland sind das meistens Seen, die in einem Tagebau nach dem Abbau von Braunkohle entstehen. Die Restlöcher werden in der Regel geflutet. Danach ist es ein längerer Prozess, bis sich in den Seen in Bergbaufolgelandschaften ein stabiles Ökosystem einstellt. Die Messfahrzeuge von EvoLogics können einen Beitrag dabei leisten, um diese Entwicklung zu überwachen.
Der Sonobot von EvoLogics wird auch häufig bei Trinkwassertalsperren eingesetzt. Da aus diesen Gewässern Trinkwasser entnommen wird, ist es besonders wichtig ihren Zustand zu überwachen. Zum Beispiel können sich die Eigenschaften der unterschiedlichen Wasserschichten je nach Jahreszeit deutlich ändern. Gezielte Messungen helfen dabei, das Trinkwasser aus der jeweils am besten geeigneten Schicht zu entnehmen. Zudem lassen sich Staumauern von der Wasserseite aus oder der unerwünschte Eintrag von Stoffen aus der Landwirtschaft kontrollieren. Der Sonobot kann genau entsprechend den jeweiligen Anforderungen mit Sensoren konfiguriert werden.
KI und ein Pingiun: die Reise geht weiter
EvoLogics hat seine innovativen Technologien nach dem Ende des Eurostars-Projekts kontinuierlich wei-terentwickelt: Der Sonobot hat mittlerweile ein neues Design und neue KI-basierte Funktionen bekommen – und er hat sogar einen tauchenden Gefährten.
„EvoLogics hat sich rasant entwickelt. Inzwischen haben wir über 240 Mitarbeitende. Fachleute aus aller Welt arbeiten bei uns und unterstützen uns in den unterschiedlichen Bereichen von der Mechanik über die Sensorik bis hin zu Informatik und Künstliche Intelligenz, in der Entwicklung, in der Fertigung und im Vertrieb unserer Systeme.“
Dr. Rudolf Bannasch, Gründer und Geschäftsführer von EvoLogics GmbH
Denn während der Sonobot ein ist, entwickelt und baut EvoLogics auch . Bei seinem hat sich das Berliner Unternehmen einen tauchenden Pinguin zum Vorbild genommen. Das Ziel war es, eine schnelle und gleichzeitig effiziente Fortbewegung unter Wasser zu ermöglichen. So wie der Sonobot kann auch der von nur einer Person getragen und bedient werden. Er kann zudem im Schwarm eingesetzt werden. Und: Er kann mit dem Sonobot kommunizieren. So, wie sich Wale und Delfine durch akustische Signale verständigen, so können auch das AUV und das USV Sonobot bei gemeinsamen Einsätzen Daten unter Wasser austauschen.
Für die smarten Wasserfahrzeuge von haben sich in den letzten Jahren viele neue Einsatzmöglichkeiten aufgetan: Von der Überwachung von Infrastrukturen unter Wasser (Staumauern, Brückenfundamente nach Hochwassern, Schleusen und Spundwände an Flüssen), über Einsatz in der Katastrophenhilfe (beispielsweise nach Hochwassern) bis hin zur Vermissten-Suche nach Unfällen am oder auf dem Wasser. Dank KI-basierter Objekterkennung in Echtzeit, können die Geräte auch in sehr trüben Gewässern eingesetzt werden.

Projekttitel: Autonomously moving platform for monitoring post-mining pit lakes as early detection of catastrophes (HydroSense)
Laufzeit: 07/2019 – 12/2021
Partnerländer: Österreich, Tschechische Republik
Artikel vom 31.08.2026
