Ein Kryostat des Unternehmens kiutra

Quanten brauchen ffes kalt – aber ohne Helium-3

Mit seiner innovativen Kühlung ebnet kiutra den Weg für die kommerziellen Quantentechnologien von morgen – und trägt dazu bei, die Abhängigkeit von Helium-3 zu verringern.

Kühlung ist für die aufstrebende Quantencomputerbranche unverzichtbar. Gängige Technologien sind dabei auf die kritische Ressource Helium-3 angewiesen. Dieser Rohstoff ist aber knapp und teuer – so sehr, dass sogar ein Abbau auf dem Mond in Betracht gezogen wird.

Genau hier kommt eine alternative Technologie ins Spiel: die magnetokalorische Kühlung. Diese macht sich die Temperatur-Änderungen zunutze, die entstehen, wenn magnetisierbare Materialien einem starken Magnetfeld ausgesetzt werden. Dabei kommt die magnetokalorische Kühlung ohne Kältemittel aus. Sie ist daher besonders umweltfreundlich.

Im BMFTR-geförderten Eurostars-Projekt SPROUT hat das junge Münchener KMU kiutra einen technologischen Durchbruch bei der magnetokalorischen Kühlung erzielt: Mit einer innovativen Mehrkanal-Kühlplattform konnte das Deutsch-Niederländische Projektteam den Grundstein für eine Helium-3-freie Quantenkühlung legen. Durch magnetokalorische Kühlung haben die Forschenden die Lösung skalierbar gemacht, wodurch die Abhängigkeit von kritischen Ressourcen wie dem knappen Helium-3 entfällt. 

Ein Kryostat des Unternehmens kiutra
Das Eurostars-Projekt SPROUT war maßgeblich für die Entwicklung der Kühlplattform „S-Type“. © kiutra

Der Transfer der Projektergebnisse in die konkrete Anwendung war sehr erfolgreich: kiutra hat die entwickelten Komponenten in seine Kryostaten integriert und auf den Markt gebracht. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen ermöglicht das KMU seinen Kundinnen und Kunden aus Wirtschaft und Forschung einen vereinfachten Zugang zu Quantenkühlung im Kelvin- und Sub-Kelvin-Bereich.

Die Eurostars-Förderung hat dabei zum Unternehmenserfolg von kiutra beigetragen. Das Spin-off der TU München hat heute über 60 Mitarbeitende, bedient über 50 internationale Kundinnen und Kunden aus Europa, Asien und Nordamerika und hat rund 20 Millionen Euro an privaten Investitionen sowie eine Förderung des hochkompetitiven Europäischen Innovationsrats (EIC) eingeworben.

Projekttitel: Scalable platform for quantum technology (SPROUT)

Laufzeit: 06/2021 – 11/2024

Partnerland: Niederlande


Artikel vom 22.05.2026