EUREKA -- Spitzeninnovation durch internationale Kooperation
Als multilaterale Initiative ergänzt EUREKA das EU-Forschungsrahmenprogramm und leistet einen wichtigen Beitrag zur Ausgestaltung des europäischen Forschungsraums, zur Realisierung des europäischen Binnenmarktes und den Zielen der Lissabon-Strategie von mehr Wachstum und Beschäftigung. Die transnationale Projektzusammenarbeit von Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und Regierungen in Europa hat dabei bis heute mitentscheidend zur Entwicklung europäischer Infrastrukturen und Normen beigetragen.
Mit einem dezentralen Management in den Mitgliedstaaten und einer offenen Gestaltung hinsichtlich der Themen, Laufzeiten und Finanzierung bietet EUREKA ein flexibles "Bottom-up"-Instrument. Im Rahmen von innovativen Einzelprojekten, langfristigen strategischen Initiativen zur technologischen Entwicklung in Clustern und Netzwerken zur Projektgenerierung (Umbrellas) hat EUREKA seit seiner Gründung Gesamtinvestitionen von rund 23 Mrd. EUR ausgelöst und damit erhebliche öffentliche und private Finanzmittel mobilisiert.
Mit einer im Vergleich zu anderen europäischen Instrumenten überdurchschnittlichen KMU-Beteiligung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Höhe von rund 40% aller Projektteilnehmer hat sich EUREKA als Kooperationsmodell für eine breit angelegte Innovationsförderung bewährt. Insbesondere das neue Programm Eurostars birgt das Potential, dass EUREKA eine der wichtigsten Initiativen zur internationalen Vernetzung innovativer KMU auf europäischer Ebene wird.
Deutschland hat von Beginn an die EUREKA-Initiative maßgeblich mitgestaltet. Unter deutschem Vorsitz gegründet, nahm EUREKA in den 80er Jahren eine Schlüsselrolle als Koordinierungsinstrument und Kooperationsmechanismus für Forschung und Innovation in Europa ein. In den 90er Jahren trug unter anderem der Boom der Informations- und Kommunikationstechnologien dazu bei, EUREKA für die technologische Zusammenarbeit in Europa zu nutzen. In dieser Zeit sind strategische Initiativen wie MEDEA und ITEA ins Leben gerufen worden, die noch heute ihre Bedeutung haben oder in Nachfolge-Clustern wie CATRENE die technologische Zusammenarbeit in Europa organisieren.
EUREKA hat immer wieder den geeigneten wirtschafts- und innovationspolitischen Rahmen gebildet, um den veränderten Anforderungen der Industrie gerecht zu werden. Die Formalisierung der strategischen Initiativen wie den Clustern und ,Umbrellas' im Rahmen der Strategie "EUREKA 2000+" unter deutschem Vorsitz 1999/2000 und das mit der EU-Kommission gemeinsam entwickelte Programm Eurostars im Jahr 2008 sind wichtige Meilensteine in der kontinuierlichen Weiterentwicklung von EUREKA. Die neue strategische Grundlage bis 2013, die von der EUREKA-Ministerkonferenz unter slowenischem Vorsitz im Juni 2008 verabschiedet worden ist, stellt "eine proaktive Antwort auf die globalen Herausforderungen in der industriellen Forschung" dar. Die portugiesische Präsidentschaft 2008/09 hat einige der perspektivischen Handlungsansätze aufgenommen und im Zusammenhang mit den Herausforderungen der Globalisierung die Öffnung von EUREKA für globale Partnerschaften zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie vorangetrieben.
Der 25. Jahrestag der Gründung von EUREKA im Jahr 2010 ist ein willkommener Anlass, den Menschen in Europa die Erfolge von EUREKA näherzubringen und deutlich zu machen, dass neben nationalen und EU-getriebenen Maßnahmen ein Kooperationsrahmen wie EUREKA, der auf die Initiative von einzelnen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zur internationalen Zusammenarbeit setzt, weiterhin eine hohe Anziehungs- und Wirkungskraft ausübt.
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Aufbauend auf der EUREKA-Strategie von Ljubljana 2008 wollen wir während der deutschen Präsidentschaft folgende Ziele verstärkt angehen:
1. Die multilaterale Dimension der Zusammenarbeit ausbauen
Die im Rahmen von EUREKA mit viel Erfahrung praktizierte multilaterale Zusammenarbeit in Projekten und strategischen Initiativen (variable Geometrie) unter Nutzung nationaler Fördermittel macht die komplementäre Stellung von EUREKA zu anderen europäischen Instrumenten der Forschungskooperation deutlich. Sie gilt es zu stärken, um die spezifische Rolle von EUREKA im Europäischen Forschungsraum weiter zu profilieren.
2. Den Bottom-up-Ansatz stärken
EUREKA bietet mit seiner themenoffenen Ausgestaltung einen attraktiven Referenzrahmen, um dem internationalen Kooperationsbedarf von Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der angewandten industriegetriebenen Forschung und Entwicklung Rechnung zu tragen. EUREKA füllt damit eine Lücke in der europäischen Förderlandschaft, denn Ansätze, die die Themenfindung den Akteuren überlassen, sind nur unzureichend vorhanden. Der Bottom-up-Ansatz stellt die notwendige Flexibilität sicher, die gerade der innovative Mittelstand benötigt, um Ideen zügig in neue Produkte, Dienstleistungen und Verfahren umzusetzen.
3. Internationale Vernetzung intensivieren
Der Wettbewerb um Talente und Märkte erfordert eine strategische internationale Ausrichtung und Vernetzung aller Teile der europäischen Industrie mit den globalen Wissenszentren. EUREKA bietet die geeignete Plattform, um Unternehmen den Einstieg in internationale Kooperationen in einem sicheren, effektiven und zuverlässigen Rahmen zu ermöglichen. Eine arbeitsteilige industrielle Forschung in technologischen Bereichen von europäischer Dimension wie etwa der Energieforschung sollte deshalb im Rahmen von EUREKA noch stärker durch nationale Programme unterstützt werden. EUREKA ist damit ein wichtiges Element einer breit angelegten Innovationsförderung auf europäischer Ebene, auf deren Grundlage Exzellenz erreicht werden kann.
4. Forschung und Entwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen fördern
Kleine und mittlere Unternehmen sind ein wichtiger Motor für Innovation. Sie sind besonders angewiesen auf Förderansätze, die neue Ideen effektiv unterstützen. Die hohe Bekanntheit von EUREKA bei KMU und seine Alleinstellung als flexibles und marktnahes Förderinstrument in Europa verdeutlicht die Notwendigkeit der internationalen Kooperationsförderung des Mittelstandes. Der erfolgreiche Start des Eurostars-Programms unter EUREKA ist eine ausbaufähige Basis für die Weiterentwicklung der europäischen KMU-Förderung.
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