Projekttypen

Seit der Gründung von EUREKA sind folgende Projekttypen entstanden:

Netzwerkprojekte
Cluster
Umbrellas
Eurostars-Projekte

Netzwerkprojekte

Das 'klassische' EUREKA-Projekt nennt sich "Netzwerkprojekt". Es zielt auf die Entwicklung einer klar definierten Technologie ab, die zu einem neuen Produkt oder Prozess führt oder auf die Entwicklung einer neuen Dienstleistung. Voraussetzungen sind ein ziviles Forschungsthema und ein internationales Projektkonsortium.

An einem EUREKA-Projekt müssen Teilnehmer aus mindestens zwei EUREKA-Mitgliedsländern bzw. aus einem EUREKA-Mitgliedsland und einem assoziierten Land beteiligt sein. Die Teilnehmer müssen wirtschaftlich unabhängig voneinander sein.

Anträge für Netzwerkprojekte können jederzeit bei den nationalen EUREKA-Büros eingereicht werden. Zusätzlich gibt es verschiedene Ausschreibungen, die in Kooperation mit Fördergebern der beteiligten Länder veröffentlicht werden.

Cluster

EUREKA-Cluster sind strategische, langfristig angelegte, industriegetriebene Initiativen mit einem thematischen Fokus, z.B. Software-Entwicklung, Energie etc..

Kennzeichnend für die EUREKA-Cluster ist das Zusammenspiel von Industrie, Forschungseinrichtungen und Staat, um Forschung und Entwicklung (FuE) auf strategisch wichtigen Feldern anzustoßen oder um Normierungs- oder Standardisierungsprozesse voranzubringen.

Ziel eines EUREKA-Clusters ist es, in Europa gemeinsame Forschungsprojekte innerhalb des jeweiligen thematischen Fokus durchzuführen. Die Themen werden von den am Cluster teilnehmenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen eigenständig definiert. Dazu entwickeln sie eine „Technology Roadmap“ für ihre Branche, die auch die technologische Richtung des jeweiligen Clusters für seine Laufzeit festlegt, sowie eine grundlegende Umsetzungsstrategie, die vorab als Cluster-Weißbuch veröffentlicht wird. Für den Erfolg der Cluster ist es wichtig, dass die in Frage kommenden nationalen Förderprogramme von Anfang an in den Prozess eingebunden sind.

Die Laufzeit eines Clusters beträgt ca. 8 Jahre.

Mindestteilnehmerzahl: An einem EUREKA-Cluster müssen mindestens fünf EUREKA-Mitgliedsländer beteiligt sein, in der Regel sind es allerdings 12 bis 20. Eines der Mitgliedsländer führt das Sekretariat.

Cluster-Mitglieder sind Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich aktiv an den Gremien der Cluster-Netzwerke beteiligen und damit auf die Aktivitäten des Clusters Einfluss nehmen. Wünschenswert ist es, dass sich auch Vertreter der entsprechenden nationalen Förderprogramme am Cluster-Netzwerk beteiligen, um so eine Harmonisierung zwischen den nationalen Förderprogrammen und den Cluster-Ausschreibungen zu gewährleisten.

Ausschreibungen (siehe hierzu Cluster Calls) werden von den Cluster-Mitgliedern zu festgelegten Themenbereichen initiiert. Das Cluster-Sekretariat organisiert diese Ausschreibungen und sammelt die Projektideen. Die Begutachtung der eingehenden Projektskizzen wird ebenfalls unter der Federführung der Cluster-Mitglieder durchgeführt. Projektvorschläge, die die Bedingungen der Ausschreibung erfüllen und qualitativ als gut genug eingestuft worden sind, erhalten das „Cluster-Label“. Sie werden damit Clusterprojekte. Sollte für diese Projekte Förderung benötigt werden, dann ist in Deutschland zusätzlich ein Förderantrag bei einem geeigneten nationalen Förderprogramm erforderlich. Für einige Cluster gibt es hierzu passende Fachprogramme mit eigenen Ansprechpartnern, die zusätzlich zum EUREKA-Büro die Antragsteller beraten können (siehe letzter Abschnitt).

Projektvorschläge für die Ausschreibungen/Aufrufe können und werden in der Regel von Unternehmen und Forschungseinrichtungen eingereicht, die keine Cluster-Mitglieder und damit auch nicht in den Cluster-Gremien vertreten sind. Das Thema des Vorhabens muss aus einem zivilen Bereich kommen.

Für Projekte, die unter den Clustern generiert werden, gilt wie für alle EUREKA-Projekte folgende Regel: Es müssen Projektpartner aus mindestens zwei EUREKA-Mitgliedsländern oder einem Mitgliedsland und einem assoziierten Land an dem Vorhaben beteiligt sein.

Mit den Ergebnissen der Clusterprojekte soll die Wettbewerbsfähigkeit europäischer und anderer teilnehmender Länder in dem jeweiligen Technologiebereich weltweit gestärkt werden. So haben z.B. im Bereich der Nanoelektronik die Arbeiten im Leuchtturmprojekt JESSI und den nachfolgenden EUREKA-Clustern MEDEA, MEDEA+ und CATRENE wesentlich mit dazu beigetragen, dass heute europäische Chiphersteller im globalen Wettbewerb bestehen können.

Derzeit laufende Cluster:


CELTIC-PLUS (2011 - 2019):
Telekommunikation

EURIPIDES² (2013 - 2020):
Smart Systems

EUROGIA2020 (2013 - 2020):
nachhaltige und sichere Energieversorgung

ITEA3 (2014 - 2021):
Software

METALLURGY EUROPE (2015 - 2020):
Materialforschung

PENTA (2016 - 2020):
Mikro-/Nanoelektronik

Für die einzelnen EUREKA-Cluster gilt:

ITEA3, PENTA: Die deutsche Beteiligung aus der Industrie und Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bzw. der zuständigen Projektträger an den jeweiligen Vorstandsitzungen (Boards of Public Authorities) ist gegeben.

CELTIC-PLUS: Teilnahme aus der deutschen Industrie besteht, einzelne Projekte werden aus Programmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung oder des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

EURIPIDES2, METALLURGY EUROPE und EUROGIA2020 laufen unter Beteiligung deutscher Unternehmen und Institute, aber ohne Unterstützung der öffentlichen Hand (Public Authority). Daher bestehen in diesen Clustern keine speziellen Fördermöglichkeiten für deutsche Teilnehmer.

EUREKA-Clusterprojekte erhalten nicht automatisch eine staatliche Förderung. Die Beantragung von Fördergeldern für Teilnehmer an Clusterprojekten erfolgt jeweils auf nationaler Ebene. In Deutschland sind grundsätzlich alle nationalen Förderprogramme offen zur Finanzierung der Beiträge der deutschen Teilnehmer in EUREKA-Clusterprojekten. Informationen für deutsche Teilnehmer gibt das EUREKA-Büro sowie die Förderberatung des Bundes und die Förderdatenbank des Bundes.

Geeignete Fachprogramme, aus denen Clusterprojekte gefördert werden können, existieren in Deutschland für folgende Cluster:

 

Umbrellas

EUREKA-Umbrellas sind thematische Netzwerke. Ziel ist es, nationale Aktivitäten in einem definierten Forschungsbereich zu koordinieren. Dazu definieren EUREKA-Umbrellas in einem vierjährigen Aktionsplan Instrumente, um FuE-Projekte zwischen Partnern aus EUREKA-Mitgliedsländern zu generieren, etwa durch Partnerbörsen, gezielte Information über Fördermöglichkeiten, Informationsveranstaltungen etc. Für die Antragstellung eines EUREKA-Umbrellas gibt es ein eigenes Formular. Der Einreichungsprozess entspricht dem der individuellen Projekte.

 Derzeit laufende EUREKA-Umbrellas:

 
E!-SURF (2010 - 2015):
nachhaltige Oberflächentechnik 

 

Eurostars

Eurostars ist ein gemeinsames Förderprogramm von einigen EUREKA-Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission. Primäre Zielgruppe von Eurostars sind forschungstreibende kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die verstärkt für eine europäische Zusammenarbeit in Forschungs- und Entwicklungsprojekten motiviert werden sollen.

Eurostars folgt den Leitlinien seiner "Mutterinitiative" EUREKA: Eurostars-Projekte sind technologieoffen und dienen zivilen Zwecken. Sie zielen auf die Entwicklung eines innovativen Produktes, Verfahrens oder einer Dienstleistung. Nach dem sogenannten „Bottom-up-Prinzip“ werden die Projektinhalte von den teilnehmenden Partnern frei bestimmt.

Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Eurostars-Webseite.